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Pädagogik

Die Pädagogik der Kleinen Drachenburg basiert auf der
Waldorfpädagogik von Rudolf Steiner.

Die Waldorfpädagogik enthält für Kindergartenkinder im wesentlichen 3 Elemente:

1. Vorbild und Nachahmung,

2. Lernen durch Sinneswahrnehmungen

3. Ausbildung der Phantasie im Spiel.

Zu 1: Vorbild und Nachahmung

Kinder lernen nicht über den Intellekt, sondern über Vorbild und Nachahmung: der Mensch benötigt den Menschen, um Mensch werden zu können. Er lernt den aufrechten Gang, die Sprache und das Denken durch die Nachahmung seines Vorbildes.

Vorbild sind zuerst die Eltern, dann die Geschwister, Verwandte, und die Umwelt. Das Kind ahmt diese nach und lernt.

Es ist daher nicht nur wichtig, wie sich Eltern ihren Kindern gegenüber verhalten, sondern auch, wie sie sich mit ihrer eigenen Umwelt auseinandersetzen. Denn auch das Verhalten der Eltern gegenüber ihren Mitmenschen, das Verhalten der Eltern bei der Alltagsbewältigung – alles das wird das Kind beobachten und nachahmen.

Und weil das Kind ein lebendiges Wesen ist, ahmt es nicht nur das Verhalten des Vorbildes nach, sondern auch dessen Wesen, seine seelisch-geistige Innerlichkeit. Somit ist Erziehung in erster Linie die Arbeit der Eltern an sich selbst, an ihrem eigenen Wesen! Es ist für das Kind nicht nur entscheidend, wie sich die Eltern als Vorbild verhalten, sondern auch, wie sie als Vorbild in ihrem Wesen sind.

Daher arbeiten wir Erzieher/innen in der Waldorfpädagogik eng mit den Eltern zusammen. Für uns ist Erziehung nicht nur Arbeit mit den Kindern, sondern auch Zusammenarbeit mit den Eltern.

Wir stehen für persönliche Gespräche gerne zur Verfügung und helfen auch bei Fragen, die über das Thema Kindergarten hinausgehen – wobei das Wohl des Kindes immer unser erstes Anliegen ist!

Zu 2: Lernen durch Sinneswahrnehmungen

Das Kind lernt besonders in den ersten sieben Lebensjahren durch Sinneswahrnehmungen und Sinneseindrücken. Das sind der Tastsinn, der Geschmackssinn, der Sehsinn, der Geruchsinn, der Gehörsinn (samt Gleichgewichtssinn) und der Sprachsinn.


Ziel der Waldorfpädagogik ist es, diese Sinne im wirklichen Leben zu fördern. Ein Kind kann weder mit fiktionalen Eindrücken (Filme, Fernsehen) noch mit theoretischen Erklärungen etwas anfangen. Fiktionen und Theorien sind keine Sinneseindrücke! Im Gegenteil: bei der Ausbildung des Gehirns werden wichtige Eindrücke durch Medienkonsum und zu früher Intellektualisierung überlagert, was sich nicht erst durch die Ergebnisse der modernen Hirnforschung als schädlich für die Entwicklung des Menschen herausgestellt hat.

Jeder Sinneseindruck hinterlässt einen Eindruck, einen Abdruck im Gehirn. Je unterschiedlicher die Eindrücke dabei sind, um so differenzierter werden die Strukturen des Gehirns in ihrer Anlage gefördert. Je mehr Sinne angesprochen, gefordert werden, desto mehr Spuren werden im Gehirn gelegt. Was hier versäumt wird, ist kaum nachzuholen.

Durch die naturwissenschaftlichen Forschungen werden die von Rudolf Steiner vor 80 Jahren dargestellten pädagogischen Forderungen geradezu untermauert!

Denkt man nun an die Waldorfpädagogik und lächelt über das altmodisch anmutende Holzspielzeug, die bunten Tücher, die Kieselsteine, Kastanien und Nüsse, mit denen die Kinder hier spielen, dann sollte man sich diese Ergebnisse der modernen Hirnforschung einmal vor Augen halten: Plastikspielzeug ist viel zu glatt, um die Tastsensoren der Finger wirklich herauszufordern, Gedächtnisspiele fördern keine einzige Sinneserfahrung und Rechnen und Schreiben gehören als Ausbildung des theoretischen Denkens in die Schule.

Zu 3: Ausbildung der Phantasie im Spiel

Aber nicht nur aus sensorischen Gründen sind unsere Spielzeuge naturbelassen.

Die Spielsachen sind so einfach gestaltet wie möglich, damit das Kind seine eigene Phantasie hineingeben kann oder die Gegenstände mit Phantasie ausgestalten mag.

Je einfacher, unfertiger und „phantasieloser“ ein Spielzeug gestaltet ist, desto mehr kann ein Kind im Spiel seine Phantasie entfalten.

Im Umkehrschluss gilt: je fertiger das Spielzeug ist, desto lahmgelegter, gebremster und unfreier ist die Gestaltungsmöglichkeit des Kindes.

Leider werden die Spielzeuge für Kinder von Erwachsenen hergestellt. Im Spiel des Kindes ist immer noch der Weg das Ziel. Im Erwachsenendasein ist das Ziel der Weg. Ein Erwachsener lebt selten in der Gegenwart. Entweder erinnert er sich an seine Vergangenheit, oder er denkt über seine Zukunft nach. Für das Kind sind Vergangenheit und Zukunft im Spiel hingegen abstrakte Begriffe – es befindet sich in der Gegenwart des Spielens.

Daher ist ein hübsches, fertiges, bis ins kleinste Detail ausgemaltes Spielzeug für einen Erwachsenen in der Produktion ein schönes Ziel: es ist jedoch nicht der Weg des Kindes.

Sobald das Produkt entstanden ist, ist auch das Spiel beendet und das Kind sucht sich ein neues Spiel.

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